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Theaterprojekt „Die Welle“

Dass das diesjährige Klassenspiel trotz der starken äußeren Einschränkungen stattfinden konnte, war einerseits ein großer Glücksfall, da wenig später der allgemeine Lockdown erfolgte. Andererseits waren die intensiven Proben und die Aufführungen in Zeiten von Covid-19 auch ein kraftvoller Ausdruck von künstlerischem Ausdruckswillen der Schülerinnen und Schüler, die ihr Projekt nicht einfach absagen und ausfallen lassen wollten, was mehrfach als realistische Option im Raum stand. Es war dieses bewusste „Trotzdem“, das das Klassenspiel in diesem Jahr so einzigartig werden ließ!

Ein solches Projekt – vor allem in Zeiten allgemeiner äußerer Unsicherheit und unklarer Perspektiven – ist nicht einfach nur ein Begleitwerk abseits der eigentlichen Kernfächer, die für die Prüfungen relevant sind. Nichts hat zur Zeit mehr Bedeutung, als künstlerisch tätig sein zu können. Der wahre pädagogische Wert eines solchen Theaterprojektes - gerade in dieser Zeit - ist kaum abschätzbar. Im Rückblick verdient der Mut der Klasse, sich auf diesen in jeder Hinsicht ergebnisoffenen Prozess eingelassen zu haben, größten Respekt!

Im Rahmen des Auswahlverfahrens entschieden sich die Schülerinnen und Schüler für die Inszenierung einer modernen Bühnenfassung des Romans „Die Welle“ von Morton Rhue. Im Mittelpunkt des Projektes stand die künstlerische Auseinandersetzung mit den Elementen der dramatischen Darstellung: Die Einfühlung und Vertiefung in eine Rolle und die Arbeit an szenischen Abläufen. Maßgeblich war dabei der Vorgang des Übens: Denken, Fühlen und Handeln durchdringen sich in der Gestaltung einer Rolle und münden im schauspielerischen Ausdruck, in der Bewegung, im Sprechen und in der Gebärde.

Aber auch die Erschließung von inhaltlichen Zusammenhängen und Gegenwartsbezügen war Teil des Projektes.

Die Reifeschritte, die durch das Projekt angestoßen werden, sind jedoch nicht vorhersehbar und in keiner Weise gleichförmig. Theater ist ein künstlerischer Erfahrungsraum, der vielfältige Möglichkeiten zur Ausbildung und Erprobung von Fähigkeiten bietet.

Das Projekt erforderte eine kollektive Gemeinschaftsleistung in den unterschiedlichsten Bereichen, nicht nur im Zusammenspiel auf der Bühne, sondern z.B. auch bei der Einrichtung der Beleuchtung und Tontechnik, bei der Konzeption des Bühnenbildes, bei der Auswahl der Kostüme und bei der Gestaltung des Plakates. 

Das Theaterprojekt „Die Welle“ wurde trotz der äußeren Einschränkungen vier Mal als schulinterne Veranstaltung aufgeführt.

Thorsten Hahn, Theaterpädagoge